Aus der Balance geraten.

Wenn die Haare nicht mehr wachsen: Ursachen und Auslöser.

Wenn vermehrt Haare ausfallen, kann das verschiedene Ursachen haben. Oft werden Stress oder Ernährungsfehler dafür verantwortlich gemacht. Doch in der überwiegenden Zahl der weiblichen Fälle ist der Haarausfall hormonell erblich begründet. Schon ab dem 30. Lebensjahr ist diese Form des Haarausfalls gar nicht mehr so selten. Und gerade in den Wechseljahren haben viele Frauen durch die sogenannte androgenetische Alopezie mit massiveren Haarverlust zu kämpfen.

Erste Anzeichen und Symptome

Es sind mehr Frauen betroffen, als Sie vielleicht denken.

Haarwachstumsstörungen können sich durch eine verminderte Haarqualität äussern. Dünnes, brüchiges oder auch stumpfes, farbloses Haar können die Anzeichen sein. Von Haarausfall als Anzeichen einer Krankheit spricht man erst ab einem Verlust von mehr als 100 Haaren pro Tag. Ein Verlust von bis zu 100 Haaren täglich ist normal. Eine repräsentative Befragung zum Thema „Haarprobleme“ an 522 Frauen ergab: Unter Haarausfall leidet in Deutschland nach eigener Einschätzung fast jede fünfte Frau, hochgerechnet sind das rund 6,4 Millionen Frauen. Viele von ihnen berichten ausserdem von Haarwachstumsstörungen und Haarstrukturschäden, wie z.B. dünner, brüchiger oder matter werdendes Haar. (Pilot-Studie, Haarprobleme, Januar 2005)

Nicht jeder Haarausfall ist gleich. Er kann auf verschiedene Bereiche des Kopfes beschränkt sein oder sogar den ganzen Kopf und Körper betreffen - und er kann die unterschiedlichsten Ursachen haben.

Tritt androgenetische Alopezie
häufig auf?

Lesen Sie mehr

Kennen Sie den Unterschied?

Kreisrund? Diffus? Oder hormonell erblich bedingt?

Nicht jeder Haarausfall ist gleich. Er kann auf verschiedene Bereiche des Kopfes beschränkt sein oder sogar den ganzen Kopf und Körper betreffen - und er kann die unterschiedlichsten Ursachen haben.

Hormonell erblich bedingter Haarausfall der Frau (Alopecia androgenetica)

Der hormonell erblich bedingte Haarausfall ist auch bei Frauen die häufigste Form des Haarausfalls. Er kann in der Regel ab dem 30. Lebensjahr auftreten. Vermehrt kommt er in den Wechseljahren vor. Die erbliche Veranlagung zum Haarausfall kann aber auch bereits bei jüngeren Frauen unter 30 Jahren so stark ausgeprägt sein, dass es zu sichtbaren Haarlichtungen kommt. Bei hormonell erblich bedingtem Haarausfall reagieren die Haarwurzeln überempfindlich auf die aktive Form des männlichen Geschlechtshormons Testosteron, dem Dihydrotestosteron (DHT). Sie verkleinern sich, die Blutgefässe bilden sich zurück und werden sie nicht mehr ausreichend mit Nährstoffen versorgt. Haarwachstumsstörungen fangen dann meist unmerklich an. Sie werden deshalb lange nicht wahrgenommen und oft erst spät behandelt. Das Haar wird zunächst dünner und kraftlos, es verliert an Volumen und lässt sich nicht mehr so leicht frisieren. Die Haarqualität verschlechtert sich, die Haarwurzeln bringen nur noch dünne, kurze Flaumhaare hervor. Bei Frauen tritt der hormonell erblich bedingte Haarausfall meist im Scheitelbereich auf. Die Kopfhaut wird immer deutlicher sichtbar.

Haarausfall Selbstdiagnose
Haarausfall Selbstdiagnose

Diffuser Haarausfall (Alopecia diffusa)

Beim diffusen Haarausfall ist die Haarlichtung nicht auf bestimmte Bereiche beschränkt, sondern relativ gleichmässig über den Kopf verteilt. Ursache ist häufig eine vorübergehende Störung, wodurch auch das Erscheinungsbild mit der zugrunde liegenden Störung verändert sein kann. Auslöser können Krankheiten, wie z.B. Funktionsstörungen der Schilddrüse oder Infektionen, Medikamente, Eisenmangel, aber auch hormonelle Einflüsse sein.

Kreisrunder Haarausfall (Alopecia areata)

Beim kreisrunden Haarausfall treten deutlich abgegrenzte kahle Stellen unterschiedlicher Grösse auf. Die Ursache des kreisrunden Haarausfalls ist noch nicht vollständig geklärt. Vermutlich richten Immunzellen, die sich eigentlich um die Abwehr von Viren, Bakterien und Pilzen kümmern sollen, ihre Aktivität gegen körpereigene Zellen in den Haarwurzeln. Haarfollikel in der Wachstumsphase werden vom Immunsystem als "fremd" erkannt und befallen. Dies geschieht indem Abwehrzellen den Haarfollikel schädigen und dadurch die Wachstumsphase unterbrochen wird. Der Haarschaft kann nicht mehr normal gebildet werden, bricht ab, bildet sich unvollständig oder fällt ganz ausTritt der Haarfollikel in die Übergangsphase und dann in die Ruhephase ein, bildet sich das Gemisch aus Abwehrzellen zurück. Wird der Haarfollikel dann in der folgenden Wachstumsphase nicht mehr attakiert, wachsen die Haare häufig spontan nach, gerade so, als wäre nichts gewesen. Andererseits kann der kreisrunde Haarausfall aber auch genauso spontan wiederkehren (wellenförmiger Verlauf). Neben dem Kopfhaar kann auch die gesamte Körperbehaarung betroffen sein.

Haarausfall Selbstdiagnose

Testen Sie Ihre Haarqualität.

Sie wollen wissen, ob Sie an Haarausfall leiden?

Haben Sie den Eindruck, Sie finden täglich immer mehr Haare im Waschbecken, in der Bürste oder auf Ihrer Lieblingsjacke? Machen Sie den Selbst-Check mit diesen zwei einfachen Tests:

Der Haarsammeltest

Der Haarausfall kann durch Zählen der ausgefallenen Haare abgeschätzt werden. Dazu werden die ausgefallenen Haare über einen Zeitraum von sieben Tagen auf dem Kopfkissen, in der Haarbürste oder nach dem Haarewaschen im Abflusssieb des Waschbeckens gezählt und dokumentiert. (Ein Haarkalender kann hilfreich sein. Ausserdem ist es sinnvoll, den Test mehrfach innerhalb eines Jahres durchzuführen.) Befinden sich auf dem Kopfkissen, in der Haarbürste oder im Abflusssieb pro Tag mehr als 100 Haare, so kann dies Anzeichen für krankhaften Haarausfall sein. Mögliche Ursachen sollten nun von einem Hautarzt abgeklärt werden.

Haarausfall Selbstdiagnose

Der Zupftest

Der Zupftest wird an verschiedenen Stellen des Kopfes durchgeführt. Mit Daumen und Zeigefinger werden kleine Büschel von ca. 60 Haaren gegriffen, und es wird sanft daran gezogen. Können die Haare leicht und schmerzlos herausgezogen werden, liegt möglicherweise krankhafter Haarausfall vor.

Leiden Frauen erst
im Alter an Haarausfall?

Lesen Sie mehr

Diagnose Haarausfall?

Ein Arztbesuch bringt Klarheit, wenn Sie noch unsicher sind.

Ein Arzt kann Ihnen sagen, ob Sie unter hormonell erblich bedingtem Haarausfall leiden oder ob eventuell andere Gründe vorliegen. Diese drei Diagnosemethoden sind üblich:

Diagnose Haarausfall

Blutanalyse

Eine Blutanalyse dient dazu, bestimmte Erkrankungen, die dem Haarausfall zugrunde liegen können, festzustellen. So können z.B. abweichende Hormonkonzentrationen im Blut Ursache für den Haarausfall ein. Auch die Eisenwerte im Blut sollten überprüft werden, da eine ausreichende Eisenversorgung wichtig für gesundes Haarwachstum ist.

Trichogramm

Bei der androgenetischen Alopezie befinden sich weniger Haare in der Wachstumsphase als bei Personen mit gesundem Haarwachstum. Mit Hilfe des Trichogramms erhält der Arzt Informationen über den Zustand der Haarwurzeln und darüber, in welcher Phase sich das Haar befindet. Dazu zupft er ein Büschel (mindestens 60) Haare aus einem sich lichtenden Kopfbereich und untersucht die Haarwurzeln mikroskopisch. Ein prozentual erniedrigter Anteil an Haaren in der Wachstumsphase kann ein Anzeichen für krankhaften Haarausfall sein. Um ein aussagekräftiges Ergebnis zu erzielen, dürfen die Haare ein paar Tage vor Durchführung des Trichogramms nicht gewaschen werden. Auch ein übermässiges Styling und damit Überbeanspruchung der Haare kann das Ergebnis des Trichogramms verfälschen.

Trichoscan

Der TrichoScan ist ein computergestütztes Verfahren zur Bestimmung einzelner Haarparameter. Es bietet die Möglichkeit alle wesentlichen Parameter des Haarwachstums (z.B. das Verhältnis der nachwachsenden zu den ruhenden Haaren oder auch die Haaranzahl) automatisch zu bestimmen. Zunächst wird ein Kopfhautareal von ca. zwei Quadratzentimetern rasiert. Anschliessend wird dieses Areal fotografiert und meist mit einer Tätowierung zur Wiedererkennung markiert- Nach drei Tagen wird dieselbe Stelle erneut fotografiert. Die TrichoScan-Software berechnet anschliessend automatisch die Haaranzahl, das Verhältnis der wachsenden Haare zu den ausfallenden (wissenschaftlich: Anagen-Telogenrate) und daraus die Haarwachstumsrate. Mit Hilfe dieser Methode können die Auswirkungen von Therapien zur Behandlung des Haarausfalls bewertet werden.

Wo bekomme ich professionelle Hilfe?

Antworten finden beim Arzt, Apotheker oder Drogist Ihres Vertrauens.

Hautärzte, die sich auf die Behandlung von Kopfhauterkrankungen und Haarausfall spezialisiert haben, sind eine gute Anlaufstelle für Betroffene. Erste Fragen rund um das Thema Haarausfall beantwortet Ihnen sicher auch Ihr Apotheker oder Drogist gerne. Eine gute Vorbereitung erleichtert dem Arzt / der Ärztin die Diagnose. Wenn möglich, machen Sie vor ihrem Arztbesuch zuhause einen Haarsammeltest.